Mario Vuskovic vom Hamburger SV ist der erste deutsche Fußballprofi, der wegen EPO-Dopings gesperrt wird. Für zwei Jahre darf er kein Spiel mehr bestreiten. Das setzte der DFB nach einem durchaus bemerkenswerten Prozess so fest. Über diesen wird in vielerlei Hinsicht diskutiert und das dürfte auch nicht so schnell aufhören.

Wenn sowohl die A Probe als auch die B Probe positiv sind, muss eigentlich nicht darüber diskutiert werden, ob ein Sportler gedopt ist oder nicht.

Doping wohl eindeutig nachgewiesen

Beim Prozess von Mario Vuskovic, der im vergangenen September positiv getestet wurde, wurde die Problematik der Beweislage in Sachen EPO deutlich. Hier werden keine Werte ermittelt, es handelt sich um ein Verfahren, bei dem Bilder interpretiert werden.

Die Experten hatten keinerlei Zweifel am Doping, die Verteidigung des Spielers streute hingegen Meinungen von anderen vermeintlichen Experten, die aber keine Expertise zu EPO hatten. Das dennoch nicht die volle Sperre von vier Jahren beschlossen wurde, hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen.

Vuskovic wurde nie zuvor positiv getestet und er ist noch jung – das war es auch schon. Seine Schuld hat er nicht eingestanden.

Vuskovic beteuert Unschuld: Es geht in den nächste Instanz

Mario Vuskovic wird, unterstützt von seinem Verein Hamburger SV, Berufung einlegen. Seine fünf Anwälte müssen aber völlig neue Fakten ans Tageslicht bringen und nicht einfach nur ein Prozedere in Misskredit ziehen, welche seit über 20 Jahren angewendet wird.

Würde dieses von der offiziellen Institution WADA, der Welt Anti Doping Behörde, oder von der NADA, der Nationalen Anti Doping Agentur, nicht mehr als Beweis akzeptiert, würde es bedeuten, dass dem EPO Doping und Einwänden gegen Sperren in Zukunft Tür und Tor geöffnet wäre.

HSV unterstützt den Spieler weiterhin

Laut Umfragen glauben viele HSV-Fans nicht daran, dass ihr Spieler wirklich gedopt hat. Sie ziehen den Prozess in Zweifel, meinen, dass die Beweise keine sind und, dass ein Freispruch die einzig logische Konsequenz wäre.

Das alles erinnert ein bisschen an Gehirnwäsche und weil es sogar Drohungen gegen Verantwortliche gegeben haben soll, steht dieses Verhalten in der Kritik. Unterstützt wird jedoch alles vom Verein, der Doping zwar angeblich verurteilt, aber mehr daran interessiert zu sein scheint, seinen wertvollen Spieler als unschuldig darzustellen als die Sperre zu akzeptieren.

Die HSV Spieler halten seit kurzem nach jedem Tor ein Trikot ihres Mannschaftskameraden in die Kameras, so als wäre dieser kein offiziell überführter Täter, sondern schwer verletzt. Auch das sorgt in der Öffentlichkeit für Kritik.

Es bleiben viele Fragen offen

Wieso wird ein seit anderthalb Jahren in Hamburg spielender Profi so verteidigt? Wieso wird von verblendeten Fans in nicht gerade wenigen Kommentaren behauptet, dass man von DFB-Seite dem Verein nur schaden wolle, ihn wohlmöglich am Aufstieg hindern?

Würde es sich um eine Ikone wie Uwe Seeler handeln, könnte man dieses Verhalten objektiv betrachtet vielleicht verstehen. Aber keiner weiß, wie Mario Vuskovic in seiner Heimat beraten wurde.

Führende Doping Experten des Landes haben die Verurteilung übrigens als erwartbar eingestuft, nur als ungewöhnlich kurz. Natürlich wurden auch sie von HSV Fans öffentlich angegangen. Was würde passieren, wenn in der Berufung plötzlich die Sperre auf vier Jahre gesetzt wird? Das ist durchaus möglich.

Von Klaus

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