Im Fußball bestätigen die Ausnahmen die Regel. Erfahrungsgemäß halten sich Trainer häufig nicht sonderlich lange im Amt. Viele werden ausgetauscht, wenn die Erfolge ausbleiben. Manchmal wechseln die Clubs auch einfach nur, weil sie neue Einflüsse wollen. Oder Trainer werden von größeren Vereinen abgeworben. Beim SC Freiburg ist das anders. Trainer Christian Streich hat seinen Vertrag erneut verlängert.

Es bestanden nicht wirklich Zweifel an der Zukunft des gebürtigen Schwarzwälders. Über die neue Vertragslaugzeit machten die Freiburger übrigens keine Angaben – wie immer.

Streich bleibt Trainer in Freiburg

Der SC Freiburg spielt wieder eine tolle Saison in der Bundesliga und auch international hat die Mannschaft auf sich aufmerksam gemacht, auch wenn man aus der Europa League ausgeschieden ist. Juventus Turin, übrigens einer der Lieblingsvereine von Christian Streich, war letztlich ein anderes Kaliber und eine Nummer zu groß.

Dass ausgerechnet rund um dieses Duell die Vertragsverlängerung bekannt gegeben wurde, war strategisch natürlich klug. Man wollte nicht etwa dem Ausscheiden vorbeugen, sondern eine Art Zeichen setzen. Dass der kleine SC Freiburg, früher Pendler zwischen der Bundesliga und 2. Liga, international gegen Juve spielt, war bemerkenswert.

Seit 2012 im Amt

Der SC Freiburg war bereits früher einer der Vereine, die selten den Trainer austauschten. Das traf in der Bundesliga ansonsten nur noch auf Werder Bremen zu, die Namen sind hier Otto Rehhagel und Thomas Schaaf. Letztlich haben sich aber auch die Bremer dem Markt angepasst, während der SC Freiburg nach der Ära Volker Finke nur kurzzeitig etwas wankelmütig wurde bezüglich der Trainer.

Nachdem Markus Sorg nach einer schwachen Hinrunde im Januar 2012 entlassen wurde, wurde er durch Christian Streich ersetzt. Das ist nun mehr als elf Jahre her. Streich wollte nicht unbedingt in den Fokus der Öffentlichkeit, er hatte die Jahre zuvor bereits mit den Junioren bemerkenswerte Erfolge erzielt und wäre sicherlich weiterhin glücklich gewesen, wenn er diesen Weg beibehalten hätte.

Ein erster Erfolgsbaustein

Dass es Christian Streich gelang in der besagten Saison die Klasse zu halten, sorgte für eine Vertragsverlängerung. Auch der Abstieg im Sommer 2015, der ohnehin in den direkten Wiederaufstieg mündete, änderte nichts am Vertrauen des Vereins. Ein Jahr später spielte man das erste Mal europäisch. Wirklich in Abstiegsnot sind die Breisgauer nicht mehr geraten. Sie konnten Spieler verpflichten, die früher niemals in den Schwarzwald gekommen wären. Mittlerweile hat sich der SC Freiburg oben in der Tabelle etabliert und die erfolgreiche Arbeit wird nun fortgesetzt.

Streich ist ein spezieller Typ

Ohne Zweifel ist der 58jährige Streich ein spezieller Typ. Er spricht in einem breiten badischen Dialekt, haut nicht nur Floskeln raus und hat Ansichten, die nicht unbedingt konform gehen mit denen, die man in der Öffentlichkeit vom Trainer eines Fußball-Bundesligisten erwartet. Aber genau das macht seine Beliebtheit aus. Man kann sich Christian Streich eigentlich gar nicht auf der Bank eines anderen Vereins vorstellen als auf der des SC Freiburg.

Tatsächlich haben Trainer, die so sehr mit einem Verein verbunden sind, selten bei späteren Clubs die gleichen Erfolge erzielen können. Eine Ausnahme mag der bereits erwähnte Otto Rehhagel sein, der allerdings nach seiner Bremer Zeit beim FC Bayern München scheiterte. Danach wurde er überraschend mit dem Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern Deutscher Meister und konnte mit Griechenland den Europameistertitel feiern.

Von Klaus

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